Bekanntmachung des Anschreibens des Magistrats der Kreisstadt Heppenheim vom 1. Juni 2017 bezüglich des Protestplakats auf dem historischen Marktplatz in Heppenheim

Protestplakat auf dem historischen Marktplatz in Heppenheim

Sehr geehrter

wir kommen noch einmal auf die Gespräche und Schreiben hinsichtlich des Protestplakates auf dem historischen Marktplatz zurück. Um Missverständnissen oder fehlenden Informationen vorzubeugen, schildern wir noch einmal den gesamten Verlauf des Aufstellens der Leuchtstelen auf dem Marktplatz.

Das Projekt der Marktplatzbeleuchtung wurde über einen Zeitraum von über zwei Jahren (2009-2011) entwickelt. In dieser Zeit hatte sich die Verwaltung über mehrere Beleuchtungssysteme und-arten informiert. Auf Grundlage dieser Erkenntnis erfolgte letztlich die Auswahl des aktuell auf dem Marktplatz installierten Beleuchtungskonzepts. Lage, Anzahl und Leistung der Stelen basierte auf einer Berechnung der beauftragten Fachfirma.

Dabei war folgende Zielsetzung bei der Umsetzung des Projekts maßgebend:

Der alte, an der historischen Gebäudefassade befestigte Strahler (Beleuchtung des Rathauses mit 2000 W), sollte entfernt und durch drei Stelen mit jeweils drei flexiblen Leuchtköpfen ersetzt werden. Mit einer Leistung von insgesamt ca. 1000 Watt konnten nun alle Gebäude des Marktplatzes, sowie die Freifläche selbst illuminiert und damit gleichzeitig eine Halbierung des Energieverbrauchs erzielt werden.

Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl der Beleuchtung war zudem das Schaffen eines einheitlich Beleuchtungskonzepts und damit eines harmonischen Gesamtbildes. In Form-und Farbgebung sollten die Stelen sich in das Gefüge des historischen Markplatzes einfügen.

Der Verkehrssicherungspflicht wurde der Stadt damit hinsichtlich eines gut ausgeleuchteten (und unfallfreien) Bewegungsraumes in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Vor dieser Zeit war es vermehrt zu Beschwerden durch Passanten bezüglich Stolperfallen aufgrund der mangelhaften Ausleuchtung des Kopfsteinpflasters gekommen.

Im Zuge der Umsetzung der Maßnahme wurde die Denkmalpflege bei mehreren gemeinsamen Ortsterminen über den Sachstand informiert.

Als Fazit des letzten gemeinsamen Ortstermins wurde von Seiten der Denkmalpflege grünes Licht für die Maßnahme signalisiert, ein nachträglicher Antrag auf denkmalschutzrechtliche Genehmigung musste laut mündlicher Aussage nicht gestellt werden.

Bei der Montage der Leuchten wurden konstruktive Blendmasken mit eingebaut, damit sich die Beleuchtung auf die oberen Etagen der Gebäude konzentriert. Der Erdgeschossbereich wird damit ausgespart und eine direkte Blendwirkung auf Passanten und sitzende Gäste bei der Außenbewirtschaftung minimiert.

Die Anfangs eingebauten Leuchtmittel mit einem kaltweißen Ton wurden zwischenzeitlich gegen weicheres Licht ausgetauscht. Die Stelen fügen sich dezent in das Marktplatzbild ein und werden von Passanten kaum bzw. nicht negativ wahrgenommen.

Zur Optimierung der Lichtwirkung in Bezug auf die Strahlungsrichtung und mögliche Blendwirkungen wurden spezielle Abblendbleche in die Strahler eingebaut. Diese bewirken, dass eine direkte Blendwirkung auf Passanten minimiert wird.

Insgesamt arbeitet die Stadt Heppenheim ungeachtet an einer laufenden technischen Optimierung der Leuchtstelen, um die Blendwirkung zu reduzieren. Die Entwicklungen im Lichtsektor werden weiterhin aufmerksam verfolgt und neue sinnvolle Technologien soweit möglich umgesetzt.

Dabei werden selbstverständlich gesetzliche Vorgaben eingehalten und berücksichtigt.

Der von Ihnen im Juli 2016 eingereichte Kompromissvorschlag wurde getestet. Dabei wurde in einem Zeitraum von mehreren Wochen die Leuchtstele am Restaurant Empanada, Ecke Amtsgasse ausgeschaltet, um die Auswirkung der Beleuchtung des Marktplatzes erkennen zu können.

Dabei konnte festgestellt werden, dass der Marktplatz nicht ausreichend beleuchtet war. Es gab eine Vielzahl an Beschwerden bei der Stadt Heppenheim hinsichtlich der mangelhaften Ausleuchtung. Die Stadt Heppenheim ist zu diesem Zeitpunkt seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen; es war daher ein untragbarer Zustand, der unverzüglich beendet werden musste.

Der Kompromissvorschlag ist demnach fehlgeschlagen.

Zwischenzeitlich hatten wir noch einmal Kontakt zum Landesamt für Denkmalpflege Hessen aufgenommen und von dort die schriftliche Mitteilung erhalten, dass die Leuchten von Seiten des Denkmalschutzes toleriert werden und man sich dort nach eigener Aussage nicht weiter mit dem Thema beschäftigen wird.

Abschließend ist zu diesem Thema auszuführen, dass die Maßnahme in der Bevölkerung der Stadt Heppenheim mit überwiegender Mehrheit positiv aufgenommen wurde.

Aus diesen Gründen sehen wir keinerlei Veranlassung in Bezug auf das Versetzen oder Entfernen der Leuchten tätig zu werden. Zudem ist die Aussage des Schildes hinfällig geworden, da das Landesamt für Denkmalschutz Hessen die Leuchtstelen toleriert. Wir bitten daher das Protestplakat abzuhängen.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Burelbach
Bürgermeister
 
 
Hinweis: Amtliches Bekanntmachungsblatt der Kreisstadt Heppenheim ist das Starkenburger Echo, dem das rechtlich verbindliche Bekanntmachungsdatum und -text zu entnehmen sind.