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Die Friedrich-Ebert-Straße muss am Donnerstag, 5. November, zwischen 9:00 und 12:00 Uhr wegen eines Kranaufbaus bei Haus 28 für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden.



Gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Gewalt und dem Frauenhaus Bergstraße präsentiert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Heppenheim:
 
KASSANDRA nach Christa Wolf in einer Inszenierung des TURMALIN-THEATERS.
Neben der Fahnenaktion im Rathaus am 25.11.2015 in Kooperation mit TERRE DES FEMMES soll auch dieses Theaterstück am 27.11.15 die Aufmerksamkeit auf weibliche Lebensrealitäten lenken. Obwohl Kassandra eine Figur der antiken, griechischen Mythologie ist, unterscheiden sich ihre Auseinandersetzungen mit der Welt und sich selbst kaum von denen in der heutigen Zeit. Kassandra - die tragische Heldin - lässt uns poetisch an ihrem Leid teilhaben, das Unglück zwar voraussehen aber nicht abwenden zu können, weil ihr niemand Glauben schenken will.
 
In der Geschichte Kassandras liegt jedoch auch die Hoffnung auf eine Katharsis des Publikums, sich an ihr Elend zu erinnern und den weiblichen Stimmen, den hilfesuchenden Stimmen, den „Kassandrarufen“ Glauben zu schenken und so das Unheil abzuwenden.
 
Das TURMALIN-THEATER ist bundesweit für seine herausragenden Solo-Inszenierungen bekannt. Über die überzeugende Inszenierung von „KASSANDRA“ nach Christa Wolf war und ist sich die Kritik einig: „Gewaltig. Überwältigend. Exzellent.“ (NDR)
 
Die Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer macht als „KASSANDRA“ eine über dreitausendjährige Geschichte beeindruckend sichtbar. Sie entwirft ein facettenreiches Bild griechischer Geschichte und Mythologie. Es wird nicht einfach erzählt, rezitiert, eine Buchlesung oder ein Vortrag geboten, sondern ein eigenständiges darstellerisches Kunstwerk fesselt im wahrsten Sinne des Wortes als Monolog.
 
Als Kriegsbeute des Griechenkönigs Agamemnon wartet Kassandra auf ihren Tod. Sie erinnert sich an die Ereignisse um den Krieg in Troja, an ihre Bemühungen in dieser Vorkriegs- und Kriegszeit als Troerin, als Mensch, als Frau zu leben. Sie schildert das Patriarchat in seinen subtilsten und grausamsten Formen, wie Frauen zum Objekt gemacht werden, wie allmählich ein Feindbild entsteht, wie Konflikte emotionalisiert werden, wie der männliche Begriff der Ehre schließlich den Krieg unvermeidlich werden lässt ...
 
Die eigens für die Bühne geschaffene und von Christa Wolf autorisierte Textfassung stammt von Günter Bauer, der auch Regie führt. Gerade seine Lichtregie schafft eine neue Dimension der Geschichte, macht mit die Faszination des Abends aus.
 
Turmalin, ein Stein, von dem es heißt er mache das Unsichtbare sichtbar.
Turmalin-Theater, Inszenierungen für eine Schauspielerin.
www.turmalintheater.de
 
Fahnenaktion: 25.11.15 um 16:00 Uhr, Rathaushalle, Großer Markt 1
KASSANDRA: 27.11.15 um 19:30 Uhr (Einlass 19:00 Uhr), Marstall
Tickets im Vorverkauf bei der Tourist-Info oder an der Abendkasse
15 € / 10 € ermäßigt

Vortrag von Nassrin Sadeghi am 19. November im Marstall
 
Der Magistrat der Kreisstadt Heppenheim lädt ein zum Vortrag am 19. November 2015, 19 Uhr, im Marstall des Kurmainzer Amtshofs, Amtsgasse 5.
 
Als 2008 Paula Bubers Roman „Muckensturm“ neu aufgelegt wurde, war in der Kreisstadt das Interesse groß. Schließlich hat die Autorin darin auch ihre Erlebnisse aus dem Heppenheim des Jahres 1933 literarisch verarbeitet. Im Brennpunkt lag deshalb die Handlung dieses viel zu wenig bekannten Romans. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken an Leben und Werk der Schriftstellerin, die mit ihrer Familie von 1916 bis 1938 in Heppenheim lebte und arbeitete.
 
Die aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammende Paula Winkler, geboren 1877, brach mit allen Konventionen ihrer Zeit und versuchte Ende des 19. Jahrhunderts, ein alternatives Lebensmodell als freischaffende Schriftstellerin zu verwirklichen. Ihr Versuch scheiterte, doch fand sie über Umwege schließlich einen Weg zum Schreiben: Während sie sich gesellschaftlich als Lebenspartnerin bzw. (ab 1907) Ehefrau Martin Bubers völlig ins Private zurückzieht, veröffentlicht sie ihre Texte unter dem männlichen Pseudonym Georg Munk. Die ersten Bücher erschienen im renommierten Insel-Verlag: 1912 die Novellensammlung „Die unechten Kinder Adams“, 1916 dann der erste Roman: „Irregang“.
 
In den Briefen, Erzählungen, Essays und Romanen Paula Bubers lässt sich eine fundamentale Auseinandersetzung mit der Rolle als (bürgerliche) Frau ausmachen. Der Vortrag am 19. November gibt Einblicke in das Leben einer Schriftstellerin, deren Schaffen stets im Schatten ihres berühmten Mannes stand.
 
Die Referentin, Nassrin Sadeghi, studierte Komparatistik, Romanistik und Politik in Gießen und Rouen. Seit 2013 arbeitet sie im Museum für Kommunikation Frankfurt. Mit ihrer Dissertation hat sie die erste umfassende Betrachtung des Gesamtwerks der in Vergessenheit geratenen Schriftstellerin Paula Buber (1877-1958) vorgelegt.